Was hinter einer Leberzirrhose steckt

In der Leber kann es zu Entzündungsprozessen oder chronischen Erkrankungen kommen, welche im weiteren Verlauf deren Gewebe zerstören. Die Leberzellen werden sodann anhand von funktionslosem Bindegewebe ersetzt. Aufgrund dessen kann die Leber nur eingeschränkt oder nicht mehr ihre Aufgaben zur Entgiftung und im Stoffwechsel leisten. Eine derartige Leberzirrhose ist im Endstadium lebensbedrohlich und unumkehrbar. Die Leberzirrhose betrifft mehr Männer als Frauen.

Ursachen

Fast alle chronischen Krankheiten der Leber können zu einer Leberzirrhose führen. In etwa die Hälfte alle Fälle ist der chronische Missbrauch von Alkohol der Auslöser. Bei etwa einem Drittel der betreffenden Personen liegt eine chronische Virushepatitis vor. Seltenerer Auslöser sind zum Beispiel Autoimmunkrankheiten in der Region der Leber befindlichen Gallenwege, welche zu ständigen Entzündungsreaktionen münden sowie Stoffwechselerkrankungen wie die Hämochromatose oder die Wilson-Krankheit.

Symptome

Oft verursacht die Leberzirrhose selbst erst ziemlich spät Beschwerden. Je nachdem haben zunächst die Symptome der Grunderkrankung oberste Priorität. Die Beschwerden der Leberzirrhose sind eine Folge der eingeschränkten Leistung des Entgiftungsorgans. Zu den Hauptfolgen gehören ein veränderter Hormon- und Eiweißhaushalt, die Ansammlung von giftigen Substanzen wie Ammoniak im Blutkreislauf, die ebenso das Gehirn erreichen und dieses schädigen sowie eine Druckzunahme innerhalb der Pfortader. Weil das Blut die narbig geschrumpfte Leber nicht mehr so leicht durchfließen kann, schafft dieses sich Umgehungskreisläufe, welche erneut in der Region der Speiseröhre zu lebensbedrohlichen Blutungen führen können. Überdies steigt das Risiko für Leberkrebs bei der Leberzirrhose an. Zu den Leitbeschwerden einer Leberzirrhose zählen:

– Allgemeinsymptome: Gewichtsverlust, Abgeschlagenheit, verminderte Leistungsfähigkeit
– Hautauffälligkeiten: Lackzunge und -lippen, Gefäßsternchen, Weißnägel, gerötete Handinnenflächen, Venenerweiterungen unterhalb der Bauchhaut
– Blutungsneigung, jedoch ebenso eine Gerinnungsneigung
– Bauchwassersucht: aufgetriebener Bauch, eventuell mit Oberbauchschmerzen und Druckgefühl
– Hormonelle Störungen: Libidoverlust, Menstruationsstörungen bei der Frau sowie Bauchglatze und Brustbildung beim Mann
– Gelbsucht mit gelber Verfärbung der Augenbindehaut und restlichen Haut sowie heftigem Juckreiz
– Zeichen von Hirnstörungen: Gedächtnisprobleme, Orientierungsstörung, Stimmungsschwankungen oder psychische Verstimmung, unangemessenes Verhalten, Bewusstseinsstörungen bis hin zur Bewusstlosigkeit.

Diagnose

Damit die Diagnose Leberzirrhose gestellt wird, genügen häufig schon die klassischen Symptome und Befunde bei der physischen Untersuchung. Man führt einen Ultraschall, Laboruntersuchungen, eine Leberbiopsie oder Bauchspiegelung durch, um nach den Ursachen zu suchen, das Stadium der Erkrankung einzuschätzen und die Behandlung zu planen. Mithilfe einer Magenspiegelung prüft man, ob bereits an der Speiseröhre potenziell lebensgefährliche Umgehungskreisläufe der Blutgefäße verfügbar sind.

Behandlung

Es ist nicht möglich, dass Lebergewebe, welches einmal verändert wurde, in funktionsfähige Leberzellen zurückverwandelt werden. Daher ist das Hauptziel der Behandlung ein Fortschritt der Leberzirrhose zu verhindern. Damit steht die Therapie der Grunderkrankung an erster Stelle. Außerdem müssen auf jeden Fall Substanzen gemieden werden, welche die Leber weiterhin schädigen können. Das betrifft insbesondere Alkohol, doch ebenso Arzneimittel, die oft über dieses geschädigte Organ entgiftet werden. Außerdem ist ebenso eine Ernährung sinnvoll, die an die Leberzirrhose angepasst ist. Zudem werden die Beschwerden und möglichen Komplikationen dieser Erkrankung behandelt. Dabei wird ein Aszites durch eine Bauchpunktion oder Medikamente reduziert oder eine aus den Speiseröhrenkrampfadern stammende Blutung mithilfe einer Spiegelung gestoppt. Manches Mal führt man ebenso eine gefährliche Shuntoperation durch, bei welcher man eine künstliche Umgehung vom Pfortadersystem schafft. Durch diesen portosystemischen Shunt wird man vor Krampfaderblutungen geschützt. Jedoch nimmt damit das Risiko zu, dass man in ein Leberkoma fällt. In einigen Fällen ist es möglich, dass die Leberfunktion aufgrund einer Lebertransplantation erneut hergestellt wird. Doch kommen wegen einigen Ausschlusskriterien, wie zum Beispiel Alkoholabhängigkeit, zahlreiche Betroffene hierfür nicht infrage.

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